Dein Kunststück

 

Als ich damals meine Diagnose CML erhielt, las ich von einem kleinen Mädchen, selbst an Leukämie erkrankt. Ihre Mutter saß hilflos an ihrem Bettchen mit Tränen in den Augen, weil sie wusste, wie schlecht es ihrer Tochter ging, und niemand helfen konnte. Da nahm die Kleine, die Hand ihrer Mutter und sagte:"Sorge Dich nicht, liebe Mami, morgen ist ein neuer Tag und da geht es mir bestimmt wieder besser." So versuchte sie, ihre Mutter auf diese berührende Weise glücklich zu machen.

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Wie kann ich mitmachen?

Jeder von uns hat sein persönliches Kunststück im Leben mit CML:

  • Für den Arzt in der Therapie des individuellen Patienten
  • Für den Forscher in der fortdauernden Weiterentwicklung der therapeutischen Möglichkeiten,
  • Für Patienten und Angehörige im alltäglichen Umgang mit der Erkrankung.

Erzähle uns Dein persönliches Kunststück mit CML, das uns allen ermöglicht, Gefühl und Einblick in die täglichen kleinen und großen Herausforderungen von Patienten, Angehörigen und Ärzten zu erhalten!

Mein Kunststück: Ich und Mr. G. - eine Geschichte aus der Pharmazie (von Schneekaninchen, Augsburg)

Es ist ein neuer Mann in mein Leben getreten – Mr. G. So haben wir ihn genannt. Pünktlich jeden Abend schickt Mr. G. eine SMS und verschwindet dann in meinem Mund. Mr. G. ist sehr teuer. Er ist so teuer, dass ich es selbst kaum glauben kann.

Ein Jahr mit Mr. G. kostet so viel wie ein Luxusauto der Oberklasse. Wenn ich zehn Jahre lang täglich eine Verabredung mit Mr. G. gehabt haben werde, dann kann Deutschland ein paar Kampfpanzer weniger kaufen.

Das erste Mal mit Mr. G.? Nun, ich war sehr misstrauisch. Man hatte mir Mr. G. in mein Zimmer gebracht und dann sollte ich ihn schlucken. Mr. G. ist in einem auffallend hässlich braunen Farbton gehalten. Ob er wohl auch so wirken würde wie seine Vorgänger (die Chemotherapie Litalir in Kapselform)? Die waren nämlich so lustig rosa-grün gewesen und hatten viel Erfolg bei und mit mir.

Nun ja, alle waren begeistert von Mr. G.. Besonders diese Herren, die da täglich in meinem Zimmer rumstanden und sich vor lauter Begeisterung über Mr. G. gar nicht mehr beruhigen konnten.

Es kam zunächst so, wie es kommen musste, aber nicht sollte. Mr. G. weigerte sich standhaft, in meinem Magen zu bleiben. Mehrmals habe ich ihn wieder nach draußen befördert. Und diese Herren, die da täglich in meinem Zimmer rumstanden, wollen es noch immer einfach nicht glauben, dass Mr. G. mir erhebliche Probleme bereitet. Nur manche von ihnen glauben mir das.
Neulich ist Mr. G. sogar aus meinem Portemonnaie auf die Straße gefallen – da habe ich ihn genommen und in die Mülltonne geworden. Das habe ich den Herren, die da täglich in meinem Zimmer rumstanden, aber nicht gesagt. Denn sie müssen auch nicht alles wissen.

Tja, heute Abend um halb zehn ist es wieder soweit. Dieser Stalker Mr. G. wird anrufen. Inzwischen sind wir zwei sogar im Ausland gewesen, denn ich habe mich an ihn trotz aller Probleme gewöhnt. Dank Mr. G. sind viele Dinge möglich. Bald wollen wir zwei nach Australien fahren, um die Koalabären und Kängurus zu besuchen. Und wir wollen im Great Barrier Reef tauchen gehen. Dann muss ich nur mit der Uhr hantieren, damit es auch Punkt halb zehn Uhr abends ist, wenn ich wieder eine Verabredung mit Mr. G. habe. Denn in Australien ticken die Uhren anders als in Deutschland.

Mr. G. tut zum Glück genau das, was er tun soll. Da bin ich ihm auch sehr dankbar für. Ich glaube, dass ist der Beginn einer lebenslangen Hassliebe.

Schneekaninchen (Augsburg)

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Der Welt-CML-Tag soll ein öffentliches Bewusstsein für CML schaffen und über diese seltene Form der Leukämie informieren